Ihr missversteht Trump schon wieder. Raus aus der Schockstarre!

Trump ist frisch gewählt, da scheint es, als würden sich einige ihrem Schicksal hingeben und einfach hoffen, es würde doch alles nicht so schlimm kommen. Es ist die Hoffnung, Trumps Äußerungen seien nur Wahlkampfgetöse gewesen und seine Policy würde anders aussehen. Jetzt, da er doch gewählt ist.

Das ist der Fehler. Ihr unterschätzt und missversteht Trump. Schon wieder. Und zum Teil auch, weil ihr es wollt. Weil ihr hoffen wollt.
Ich will euch nicht die Hoffnung nehmen. Aber Hoffnung allein reicht nicht, und sie wird gefährlich, wenn ihr gleichzeitig nicht eure Schockstarre verlasst.

Das beste Hoffen, auf das Schlimmste vorbereitet sein.

Trump richtet sich viel stärker am europäischen Faschismus der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts aus, als an den Traditionen des amerikanischen Konservatismus.

Für mich ist Trump politisch folgendermaßen zu verorten:

Trump ist kein Liberaler. Er ist kein libertärer Vertreter, der für Freihandel steht. 
Trump ist keiner, der mit den Religiös-Konservativen gut kann. 
Und Trump ist keiner, der die sozial-konservativen Familienwerte hochhält. 
Trump ist jemand, der an die Traditionen des völkisch-autoritären Nationalismus eines früheren Europas anschließt.
Trump ist ein charismatischer Narzisst, der die Massen füttert, um seine Macht auszubauen, und einen Kult um seine Person aufbauen wird.

Man darf nur nicht den Fehler machen, dies allein auf Amerika zu projizieren. Wir haben eine weltweite Entwicklung zu mehr autoritären Regimen, zu einem verschärften Nationalismus mit rassistischen und sexistischen Attitüden, zu mehr Abschottung und Ausgrenzung.

Trump ist ein sehr mächtiger Repräsentant dieses globalen Prozesses, welcher sich vom liberalen Demokratieverständnis und von der liberalen Kultur abwendet.

Das beste Hoffen, auf das Schlimmste vorbereitet sein.

Auch wenn der Wahlkampf und die Niederlage anstrengend und hart waren: Wir werden jetzt aufstehen, uns sammeln, und diese Präsidentschaft begleiten. Wir werden diese zerstörerische Policy mit aller Kraft bekämpfen. Wir werden alles geben, den aufsteigenden Populismus in Europa zu bekämpfen und für unsere Freiheit und die liberale Demokratie eintreten. Wir werden uns die offene Gesellschaft nicht von Angst, Hass und verführerischen Parolen kaputt machen lassen.

Darum: Auf das Beste hoffen reicht nicht. Raus aus der Schockstarre. Raus aus der Filterblase. Fang an, für die Freiheit zu kämpfen.

Autor: Nicolas Dombeck

„Kann ich all die unbearbeiteten Fotos ebenfalls bekommen?”

Folgendes Szenario ist sicherlich schon jeder Fotografin und jedem Fotografen passiert: „Die Fotos sehen super aus! Kann ich trotzdem die restlichen Fotos auch bekommen – nur für den Fall, dass ich sie später brauche? Du musst sie auch gar nicht bearbeiten oder so …”
 
Die Antwort darauf sollte nahezu immer lauten: nein. Klipp und klar.

Die Fotos vom Shooting müssen bearbeitet werden.

RAW und vor allem JPG sollten als Dateiformate zumindest vom Namen her mittlerweile sehr bekannt sein. Um es kurz zu machen: JPG-Dateien nimmt man, um sie bei Facebook, Instagram und Co. hochzuladen (wobei auch hier zu hinterfragen ist, ob dafür nicht sogar das PNG-Format besser geeignet ist). Dein Smartphone oder die kleine Kamera, die du deinem Vater 2009 zu seinem Geburtstag geschenkt hast, schießen höchst wahrscheinlich Fotos im JPG-Format. Und das ist völlig okay und ausreichend.
 
Das RAW-Format hingegen – und das wird von nahezu allen Fotografen verwendet – enthält sehr viel mehr Informationen, zum Beispiel wesentlich mehr Farben und Details über Texturen in schattierten und stark belichteten Bereichen des Fotos. Bis vor Kurzem war zum Öffnen von RAW-Dateien Profi-Software wie Adobe Photoshop oder Lightroom nötig. Mittlerweile können aber auch die Standard-Bildbetrachtungs-Apps von Windows, macOS oder iOS mehr mit dem Format anfangen.
 
Das Problem: im Vergleich zu JPG-Fotos sehen RAW-Fotos zunächst wenig überzeugend aus. Ausgewaschene Farben, schlechter Kontrast, wenig Dynamik. Bis man sie bearbeitet, sind RAW-Fotos nicht „fertig”. Und das ist auch so gewollt.
 
Zum Vergleich: Ein RAW-Foto ist wie ein Zimmermann, dem eine eigene große Werktstatt voll mit Werkzeugen und Material zur Verfügung steht. Er kann damit machen was er will. Ein JPG hingegen ist wie der gekaufte fertige Tisch aus dem Möbelladen. Entweder magst du ihn und kaufst ihn wie er ist, oder eben nicht. Du kannst an seinem Aussehen erstmal nichts ändern.

Das Bearbeiten ist Teil des Prozesses. Teil des Produkts. Ausdruck eines bestimmten Stils.

Die Art der Bearbeitung ist ein wesentlicher Bestandteil der professionellen Fotografie. Die Fotograf_innen, mit denen wir bei Kulturblau arbeiten, würden vermutlich lieber ihre SD-Karten verbrennen als Roh-Material (das englische Wort für roh ist übrigens passenderweise „raw”) an Kund_innen herauszugeben. Du würdest doch deine Mutter (Oma, Tante …) auch schräg anschauen, wenn es zu Weihnachten eine Gans gäbe, die nur 20 Minuten in der Röhre war.
 
Fotografinnen und Fotografen werben nie mit ihrem Rohmaterial. Hinter jedem Foto, das auf ihrer Website zu finden ist oder das sie bei Facebook gepostet haben, steckt immer auch Aufwand für die Bearbeitung. Natürlich führen auch hier viele Wege nach Rom. So ist das Bearbeiten von Fotos immer auch ein sehr kreativer, dynamischer Prozess. Kein Fotograf und keine Fotografin würde ein RAW-Foto exakt so bearbeiten wie ein_e andere_r.

So viele Fotos vom gleichen Motiv. Mein Gott. So viele Fotos!

Es sind die Outtakes, die verwackelten Fotos und vor allem die vielen, vielen Duplikate (oh, so viele Duplikate), die Kund_innen nie zu Gesicht bekommen (sollen). Für jedes gelieferte Foto gibt es dutzende oder sogar hunderte Fotos, die sich sehr ähneln aber aus bestimmten Gründen eben weniger gut aussehen. Geschlossene Augen, Haare im Gesicht, überbetonte Gesichtszüge. Fotograf_innen verbringen sehr viel Zeit damit, all diese Fotos zu durchforsten bis sie schließlich beim besten landen.
 
Es geht um professionelle Qualität. Das heißt, dass die gelieferten Fotos perfekt die Stimmung des Shootings wiedergeben, und das beinhaltet manchmal auch „Outtakes” – Lachen zwischen den Posen, der zwanglos entspannte Blick, Rumalbern. „Professionelle Qualität” bedeutet nämlich nicht, dass die Fotos keinen Charakter haben oder keinen Spaß ausdrücken dürfen.
 
10,000 mittelmäßige Fotos zu liefern, wäre gar respektlos gegenüber den Kund_innen. Warum sollte sie die Arbeit erledigen, für die ein_e Fotograf_in über Jahre einen geschulten Blick entwickelt hat (und für die sie/er schließlich auch bezahlt wird)? Das heißt natürlich wiederum auch nicht, dass bestimmte Shootings – gerade im politischen Bereich – nicht auch viel Input von der Kundin oder vom Kunden abverlangen. Kandidat_innen wollen sehr genau bestimmen, wie sie auf Plakaten aussehen, die tausendfach an den Laternen hängen werden. Zurecht.
 
Es ist jedoch völlig unnötig, noch nach den restlichen Fotos vom Shooting zu fragen, wenn Auswahl- und Bearbeitungsprozess längst abgeschlossen sind.

Es gab ein bestätigtes Angebot

Vor dem Shooting sollte es immer einen Arbeitsplan gegeben haben. Die Liefergegenstände sollten genau besprochen und Erwartungen an Qualität und Quantität sollten geklärt worden sein. Manchmal bedeutet das eine ganz konkrete Zahl an zu liefernden Fotos, manchmal auch nur eine bestimmte Spannbreite – je nach Projekt. Es obliegt der/dem Fotograf_in, und damit auch uns, dies vorab mit den Kund_innen zu klären. Nicht zuletzt hängt der Auftragspreis auch bei Fotograf_innen wesentlich von der gewünschten Lieferung ab. Logisch, denn fünfzehn gelieferte Fotos benötigen mehr Aufwand als fünf und verlangen ebenso höhere Lizenzgebühren.
 
Natürlich kann es sich ergeben, dass ein Shooting besonders gut läuft und sehr viel mehr hervorragende Fotos entstanden sind, als ursprünglich gefordert waren. Gerade in Wahlkampfzeiten kann es passieren, dass das Foto der Kandidatin mit dem kleinen Hund auf dem Arm doch plötzlich noch gebraucht wird. Unsere Fotografinnen und Fotografen halten immer alle Fotos vom Shooting auf Reserve für solche Fälle. Natürlich müssen sie für den Mehraufwand entsprechend bezahlt werden. Das ist der Punkt.

Und nun?

Am wichtigsten ist immer die Kommunikation zwischen Kund_in, uns und der/dem Fotograf_in. Probleme über Mehraufwand lassen sich direkt vermeiden, wenn die Erwartungen vor dem Shooting genau geklärt worden sind. Ich hoffe, dass ich mit diesem Text nicht nur unseren Fotograf_innen aus dem Herzen gesprochen habe. Wenn du das nächste Mal eine_n Fotograf_in beauftragst, hast du nach der Lektüre dieses Textes jetzt hoffentlich ein besseres Verständnis für ihre/seine Sicht der Dinge.
 
Für unsere Kund_innen beauftragen wir Fotograf_innen, denen wir vertrauen können. Mit deren Arbeit sich unsere Kund_innen wohlfühlen können. Dadurch entsteht auch Vertrauen vom Kunden für den Arbeitsprozess des Fotografen.

Autor: Ruben Engel

Wenn das iOS-Spiel zum Mobilisierungsfaktor wird: Clinton-Kampagne veröffentlicht App

Donald Trump gegen Hillary Clinton, der Wahlkampf brodelt. Und wie bei jeder Präsidentschaftskampagne seit 2008 gibt es auf der technischen und methodischen Seite Neuigkeiten. Auch wenn der große Wurf wie 2008 (der erste Social-Media- und Online-Wahlkampf) oder 2012 (Big Data) bisher in 2016 ausblieb, erblickte heute etwas Neues das Licht der Welt: Die Clinton-Kampagne hat eine eigene Wahlkampf-App herausgebracht.

Wahlkampfzentrale in der Hosentasche

Hillary for America, so der Name der Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton, sucht neue Wege, ihre Unterstützer_innen anzusprechen. Die App der Clinton-Kampagne soll „tägliche Herausforderungen und Quiz“ bieten und Belohnungen für jene enthalten, die sich besonders für die demokratische Präsidentschaftskandidatin einsetzen. So zieht Gamification in den US-Wahlkampf ein. In dem Spiel geht es beispielsweise darum, durch tägliche Aufgaben die eigene Wahlkampfzentrale auszubauchen und zu verschönern.

Jede_r wird zum/zur Wahlkampfmanager_in

Nutzer_innen der App können ein eigenes digitales Hauptquartier einrichten und so Clinton vom Smartphone aus unterstützen. Eine Reihe von Wissenstests und das Messen mit Freund_innen sollen dazu anregen, der größte Clinton-Unterstützer der eigenen Peer-Group zu werden. Punkte, die Nutzer_innen sammeln können, können gegen reale Belohnungen eingetauscht werden, z. B. persönlich handsignierte Gegenstände der Kandidatin.

Entwickelt von Farmville-Programmierer_innen und ehemaligen Dreamworks-Studios-Mitarbeiter_innen

Punkte gibt es auch für das „Einchecken“ auf Wahlkampfreden oder das Werben von Freund_innen. Doch wie funktioniert Gamification? Ziel ist es, selbst die monotonsten Aufgaben durch Mechanismen von Videospielen interessant zu gestalten. Sie motivieren, indem vollbrachte Leistungen mit Punkten, Diamanten oder Emblemen belohnt werden. Kann man diese noch mit Freund_innen teilen und so in einen Wettbewerb treten, steigt die Motivation weiter. So werden von Gamification offenbar bestimmte Triebe des Menschen angesprochen, vor allem das Bedürfnis nach Erfolg (Punkte) und Anerkennung (Medaillen).

Ob wir im Bundestagswahlkampf 2017 deshalb eine SPD-App haben werden, bleibt fraglich. Doch wer weiß, vielleicht klopfen die SPD, die GRÜNEN oder ein Überraschungsgast ja an unsere Tür – ein paar lustige und motivierende Ideen haben wir schon.

Autor: Nicolas Dombeck

Buchempfehlung: Wirkung von Negative Campaigning

„Negative Campaigning“ ist ein hübscher Anglizismus, der bisweilen mit Verachtung gestraft wird, weil er aufzeigt, worum es im Wahlkampf auch gehen kann: Schlammschlachten. Daniel Schmücking wirft in seiner Dissertation den sachlichen Blick der Forschung auf die Wirkung und Entwicklung negativer politischer Werbung in der BRD. Anders als für den angloamerikanischen Forschungsraum ist der Forschungsstand für Deutschland bisher nur gering ausgeprägt.
Zwar gehören zugespitzte Auseinandersetzungen mit der/dem politischen GegnerIn zur Realität der deutschen Wahlkampfführung, doch weisen politische AkteureInnen „Negative Campaigning“ weit von sich. Hierzulande versteht man darunter verbale Schlammschlachten und Schmutzkampagnen, die nicht dem politischen Ethos der Bundesrepublik entsprechen.

Die theoretische Herleitung, die entwickelte Methode und die Auswahl relevanter Variablen machen deutlich, dass es sich hierbei um eine Grundlagenforschung auf diesem Gebiet handelt. Und wer möchte nicht gern wissen, welche Auswirkung negative Werbung auf das Meinungsbild der WählerInnen hat?!

Wir sind der Meinung: Spannende Lektüre für viele Campaigner*innen!

Jetzt erhältlich: Broschüre für inklusives Campaigning

Endlich ist sie da! Pünktlich zum Auftakt des Campaign Boostcamp 2015 ist die Broschüre „Kampagnen für Alle: Leitfaden für inklusives Campaigning“ in Kooperation mit der Aktion Mensch erschienen. Wir von Kulturblau haben das Layout für die Broschüre gestaltet. Auf 24 Seiten gibt sie Empfehlungen, wie zivilgesellschaftliche Kampagnen inklusiv gestaltet werden können.

Neben allgemeinen Tipps zur Kampagnenarbeit bietet die Broschüre eine Anleitung für inklusive Sprache, Bilder und Inhalte. Es werden Werkzeuge zur barrierefreien Kommunikation im Web genannt und Tipps für gedruckte Materialien gegeben. Zusätzlich findet man Hinweise, um bei Veranstaltungen Barrieren abzubauen.

„Wie wir über Menschen sprechen bestimmt unseren Blick auf die Welt. Sprache kann Nähe schaffen, aber auch Angst auslösen. Wir haben eine praxisorientierte Anleitung für Medienschaffende, Campaigner und all diejenigen geschrieben, die sprachliche Klischees abbauen wollen.” – Lilian Masuhr

  • Warum ist es besser von “Geflüchteten” statt von “Flüchtlingen” zu sprechen?
  • Wie fotografiere ich behinderte Menschen?
  • Warum ist “Homo-Ehe” veraltet?
  • Wie erreicht mein Artikel auch blinde oder gehörlose Menschen?

Campaigning Summit kommt im Mai nach Berlin!

Die erfolgreiche Campaigning-Konferenz kommt endlich auch nach Deutschland! Zum ersten Mal wird am 22. Mai in Berlin unter dem Motto „The Art of Mobilization & Engagement. Trends – Tools – Cases“ der Campaigning Summit Berlin stattfinden.

Viele spannende Vorträge erwarten euch auf der erstmals in Berlin stattfinden Campaigning Summit. Eine Übersicht zu allen SpeakerInnen und die Tickets erhaltet ihr hier: http://berlin.campaigning-summit.com

Lesenswert: Barrierefreiheit in Webentwicklung & -design

Wir realisieren für unsere Kunden regelmäßig Web-Projekte und haben den Anspruch, unsere Lösungen möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Falls Du gerade an einem ähnlichen Projekt arbeitest, wirf doch mal einen Blick auf folgenden Link, um mehr über digitale Barrierefreiheit und mobile Accessibility zu erfahren.

Wir haben viel gelernt und arbeiten daran, unsere Lösungen fortwährend zu verbessern: http://www.einfach-fuer-alle.de

Helfen Haustürbesuche bei der Mobilisierung?

Thorsten Faas, Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, konnte ein Mobilisierungspotential durch Haustürbesuche nachweisen. In einem Feldexperiment konnte er zum ersten Mal in einem deutschen Wahlkampf den empirischen Beleg erbringen.

Mithilfe unterschiedlicher mobilisierender Maßnahmen (Haustürbesuche versus Flyer) in verschiedenen Variationen hinsichtlich der inhaltlichen Botschaft und der Kontakthäufigkeit wurde in Mainz in 28 zufällig ausgewählten Stimmbezirken untersucht, inwiefern sich diese Instrumente auf die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2014 in diesen ausgewählten Stimmbezirken auswirkten. Die Studie wurde durch eine Bevölkerungsbefragung abgerundet.
 
Die Robustheit dieser Befunde spricht insgesamt dafür, dass von den Haustürbesuchen tatsächlich ein positiver Effekt auf die Wahlbeteiligung ausgegangen ist, der in einer Größenordnung von rund zwei bis drei Punkten liegt.
 
Das Erstaunliche an den Ergebnissen ist, dass in einer Befragung von Personen in Mainz, die Haustürbesuche wahrgenommen haben, ungefähr die Hälfte der Befragten die Methode der Haustürbesuche zwar als positiv bewertet, ihnen aber knapp 70% überhaupt keinen Einfluss auf die Entscheidung der Wahlteilnahme zuschreiben.

Auf die Frage schließlich, ob die Haustürbesuche ihr Wahlverhalten und insbesondere ihre Entscheidung zur Wahlteilnahme beeinflusst haben, antworteten fast drei Viertel der Befragten mit „überhaupt nicht“. Für 16 Prozent war das Wahlkampfinstrument weniger stark beeinflussend. Neun Prozent der Befragten antworteten mit „mittelmäßig“; zwei Prozent meinten durch die Maßnahme „sehr stark“ beeinflusst worden zu sein; die Kategorie „stark“ wurde von keinem Befragten ausgewählt.
Weil Haustürwahlkämpfe in einer Kampagne viel Ressourcen binden und ihr bisher empirisch nachgewiesener Effekt relativ klein ist, wird ihnen das Label der Inneffektivität auch weiterhin anhaften.

Da es in dieser Studie um die parteipolitisch neutrale Mobilisierung zur Teilnahme an der Wahl ging, bleibt eine empirische Studie, in welcher KandidatInnen einer Partei für sich selbst werben, weiterhin spannend.

Quelle: www.thorstenfaas.de/?p=2100
Thorsten Faas auf Twitter folgen: @thorstenfaas

Autor: Nicolas Dombeck